Die Gründung

Am 2. Januar 2014 wurde es ernst für uns. Wir meldeten die Pocketrobe UG beim Notar an. Dabei kam natürlich vorab eine Vielzahl von Fragen auf:

  • was für eine Rechtsform wählt man
  • wie melde ich an, welcher Aufwand ist damit verbunden
  • wie sieht es mit der Haftung aus
  • was für Kosten entstehen
  • und und und….

Auch wenn man sich im Studium viel Wissen aneignet oder sehr viel „nachgoogeln“ kann, lernt man doch am besten durch die Praxis.

Es gibt eine Vielzahl von Apps die man kennt und benutzt. Die Entwickler bleiben meistens unbekannt, mit wenigen Ausnahmen. Das „App-Business“ ist allgemein sehr intransparent. Man findet wenig Informationen über Downloadzahlen, Trends, Vermarktungsmöglichkeiten oder Gründungsinformationen für Entwickler. Wir möchten euch im Folgenden unsere Wahl aufzeigen, begründen und das Ganze etwas transparenter machen.

Die Rechtsform UG

Die UG ist eine „kleine GmbH“. Sie kann mit 1 Euro statt 25.000 Euro gegründet werden.

Der Vorteil ist, dass die Gesellschafter maximal mit der Höhe der Einlage haften und nicht mit dem Privatvermögen. Aus diesem Grund kamen Personengesellschaften, in der man voll haftet, wie die GbR für uns nicht in Frage.

Ich kann euch empfehlen mit mindestens 300 Euro zu gründen, weil das ca. die Kosten für den Notar sind, die gleich aus der Einlage bezahlt werden können (wir haben mit 500 Euro gegründet). 25% eures Gewinns muss als Rücklage einbehalten werden, bis ihr 25.000 Euro Stammkapital erreicht habt. Ab dem Zeitpunkt besteht die Möglichkeit die UG in eine GmbH umzuwandeln.

Also wenn ihr ein Gewerbe anmelden wollt geht ihr wie folgt vor:

  • Ihr vereinbart einen Termin bei dem Notar eures Vertrauens. Vergesst eure Personalausweise nicht. (ca. 250 Euro)
  • Am besten vereinbart ihr am selben Tag noch einen Termin bei eurer Hausbank für die Anmeldung eines Geschäftsgirokontos. (Kto.-Führungsgebühr ca. 8 Euro im Monat)
  • Nach dem ihr beim Notar wart, fahrt ihr zur Gemeinde und meldet ein Gewerbe an. (25 Euro)
  • Wenn das alles erledigt ist, schickt ihr die Unterlagen eurem Steuerberater damit dieser für euch eine Eröffnungsbilanz erstellen kann. (Beratung und Eröffnungsbilanz ca. 150 Euro)
  • Ihr werdet zudem noch eine Rechnung der Landesjustiz zur Eintragung erhalten. (ca. 150 Euro)

Am besten bestimmt ihr in diesem Fall einen Geschäftsführer. Bei mehreren werden die Notar- und Landesjustizkosten höher, da die Gründungskosten für eine GmbH anfallen. Wir haben das Problem so gelöst, dass ich zum Geschäftsführer und Alex zum Prokuristen bestimmt worden sind. Trotz der einfachen und schnellen Gründung müsst ihr mit ca. 500 Euro kosten rechnen und dürft dabei die laufenden Kosten für Steuerberater, Kontoführungsgebühren und co. nicht vergessen.

Achtung!

Ab dem Gründungstag erhaltet ihr eine Vielzahl von Rechnungen! 90% davon sind Fake-Rechnungen. Wenn ihr euch unsicher seid, schickt sie zum Steuerberater und lasst sie von ihm absegnen bevor ihr für sinnlose Eintragungen Geld ausgebt.

Pocketrobe: Wie alles begann

Was ist Pocketrobe überhaupt?

Das Motto lautet: Dein Kleiderschrank in deiner Tasche. Pocketrobe ist eine Kleiderschrank-App mit virtueller Ankleide, in der du deine Einzelteile und erstellte Outfits speichern und verwalten kannst.
Der Pocketrobe Fashion Shop ist eine Shopping-App in der du Kleider von über 500 Marken findest. Selbstverständlich kannst du Diese direkt in Pocketrobe importieren und direkt anprobieren.

Wie kamen wir auf die Idee?

Alex und ich lernten uns im April 2012 kennen. Wir arbeiteten nebenbei in einer kleinen aschaffenburger IT-Firma. Wir verstanden uns auf Anhieb sehr gut. Eines der Hauptgründe dafür war unsere Begeisterung für Apple-Produkte. Ein weiterer Grund waren die gemeinsamen Probleme die wir hatten:

Freundinnen die nicht wissen was sie anziehen sollen.

Ich glaube nur wenige Männer finden eine Antwort auf die Frage „Schatz was soll ich anziehen?“. Das brachte uns auf die Idee eine Kleiderschrank-App zu entwickeln. Die ersten Skizzen waren schnell gezeichnet und die Vorstellungen zur Funktionalität wurden schnell geklärt. Damit begann die Entwicklung von Pocketrobe. Die ersten Alpha-Versionen von Ankleide und Import waren schnell „gebaut“. Auf diese Weise wollten wir zunächst herausfinden ob unsere Idee nicht nur im Kopf sondern auch auf den Geräten als Programm funktioniert. Märkte analysieren oder Businesspläne schreiben stand Anfangs überhaupt nicht auf dem Plan. Wir haben einfach drauf los gearbeitet. Dafür mussten wir fast jeden Tag skypen, um Funktionen, Designanpassungen und Features zu klären. Damit verbrachten wir mehr Zeit als mit unseren Freundinnen. Gerade in der Anfangszeit hatten wir tausende von Ideen, die pocketrobe verbessern oder erweitern sollen. Wir konnten nicht alle Ideen einbringen, da wir die App nicht „überladen“ wollten. Unser Ziel war und ist es, die App so einfach wie möglich zu halten.

„Was viele nicht wissen: Pocketrobe sah ursprünglich ganz anders aus!“

Anfangs gab es nur den Kleiderschrank (die Datenbank zum Abspeichern von Einzelteilen), das Importmenu und die virtuelle Ankleide. Und das alles im total verspielten iOS6-Design. Wir haben es nie geschafft die iOS6-Version fertig zu entwickeln. Vielleicht ist das auch gut so. Damals hatten wir noch nicht die Idee einen bzw. mehrere Onlineshops zu integrieren. Es gab auch keine Merkliste oder die Funktion „Outfits planen“. Als wir dann Anfang 2013 Shopstyle (und deren API) entdeckten, packten wir den Fashion-Shop in die Kleiderschrank-App. Der Shop sollte die Benutzung von Pocketrobe erleichtern. Wer sich nicht selbst fotografieren mochte, konnte sich einfach Basis-Fotos aus dem Shop laden. Dabei dachten wir zunächst gar nicht an die Monetarisierungsmöglichkeiten. Erst ein halbes Jahr vor Release entschieden wir uns den Shop als eigene App kostenlos in den Store zu stellen. Das lässt sich darin begründen, dass eine größere Zielgruppe mit dem Shop erreicht werden kann.

Immer am Ball geblieben

Durch unser Studium, Nebenjob, Hobbies und Freundinnen & Freunde lief die Entwicklung immer nebenher. Auch wenn wir sehr motiviert waren und viel Herzblut in dem Projekt steckte, fehlte uns eigentlich immer die Zeit. Mit iOS7 musste das Design komplett geändert werden, was uns wieder nach hinten warf. Dennoch haben wir es nach knapp 2 Jahren Entwicklungszeit geschafft die Kleiderschrank-App “Pocketrobe“ und die Fashion-Companion App “Pocketrobe Fashion Shop“ fertigzustellen.

Das eigene Unternehmen

Wir überlegten in den zwei Jahren ständig, ob wir die App(s) als Privatpersonen oder als juristische Person (Unternehmen) veröffentlichen. Schlussendlich entschieden wir uns den „großen“ Schritt zu gehen und eine Unternehmergesellschaft (UG) anzumelden. Zum gesamten Anmeldeprozess und Fragen und Probleme die mit einer Gründung verbunden sind möchten wir in unserem nächsten Beitrag näher berichten.